The Collection hat bis auf den Erzähler Hideshi Hino keinen roten Faden. Zwar ist es eine witzige Idee, dass der Mangaka sich selbst in den Mittelpunkt stellt und seine angebliche Familiengeschichte stets mit einem selbstironischen Augenzwinkern präsentiert, doch ist es weit weniger spannend und schockierend, wenn man bereits den ersten Band
Red Snake kennt, in dem teilweise ganz ähnliche Charaktere vorkommen – die Figur der Großmutter, die ein Ei legen will, und die des Großvaters mit den abartigen Furunkeln sind identisch. Dem vierten Band fehlen die Komplexität und die unheimliche Atmosphäre, die Hino noch in
Red Snake mit großem Können unter Beweis gestellt hat.
Indem er sich selbst etwa als Mörder seiner Mutter und als anschließend obsessiver Beobachter des Kadavers der Mutter darstellt, zeigt Hino erstmals offen einen psychologischen Bezug, der bereits in den vorderen Bänden spürbar war. Auch in
The Collection gelingt es ihm, die Andeutungen an das eigene Leben geschickt mit extrem übertriebenen Handlungen und mit einer interessanten Symbolik zu verschleiern.
The Collection ist der vorerst letzte Band der Hino-Reihe. Schreiber & Leser wird voraussichtlich keine weiteren Werke des Horror-Meisters in deutscher Übersetzung herausbringen. Schade ist diese Entscheidung vor allem auch, weil es von
The Collection noch einen zweiten Band zu verlegen gäbe.

Wir bedanken uns bei
Schreiber & Leser für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!
FAZIT:
Der vierte und voraussichtlich letzte Band von
Hino Horror ist blutiger als die vorderen, in seiner Wirkung aber weniger brutal, weil er weit weniger komplex ist und dem Leser durch die Kürze nicht die Chance gibt, sich richtig mit den Figuren zu identifizieren. Das war aber wohl auch nicht die Absicht Hideshi Hinos:
The Collection will dem Leser die Absurdität des Horrors (verkörpert durch die Figur des Zeichners selbst) vorführen und ihm gleichzeitig eben jenen Horror bieten – was ihm durchaus gelingt. Fans der vorherigen Bände werden auch hier ihre Freude finden, Neueinsteigern in die Welt des Horror-Meisters, dessen Werke man nicht in einer bestimmten Reihenfolge lesen muss, seien aber eher die Bände
Red Snake oder
Bug Boy empfohlen.
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