TITEL: Manga gelten in Schweden als Kinderpornographie
Einer der bekanntesten schwedischen Manga-Experten und -Übersetzer wurde nun zu einer auf Bewährung ausgesetzten Freiheitsstrafe sowie zu einer Geldbuße verurteilt. Grund dafür waren als kinderpornographisch einzustufende Manga-Zeichnungen, die die Polizei auf seinem Computer gefunden haben soll.
Der Verurteilte, der zudem an schwedischen Universitäten Manga-Kunst unterrichtet, erklärte, dass er die Zeichnungen als Arbeitsmaterial benötige. Ferner würden die gemeinten Zeichnungen nichts darstellen, "was mit Sex verbindet". Das Amtsgericht in Uppsala lehnte dies jedoch als Rechtfertigung ab.
Während es in Japan legal ist, in Manga und Anime Sexszenen mit offensichtlich Minderjährigen zu zeigen, wurde das Gesetz zum Thema Kinderpornographie in Schweden jetzt sogar noch verschärft: Nicht mehr nur der Besitz, sondern bereits das Betrachten solcher Bilder ist seit Juni strafbar. Im Einzelfall ist zu klären, ob es dabei um Kunst geht, oder nicht.
Die meisten der bisherigen Äußerden dazu in den Medien sprechen gegen die Verurteilung, da es sich bei solchen Zeichnungen um fiktive Minderjährige handle. Es sei auch unsinnig, Gedanken zu bestrafen, die zu keiner Straftat führen. Nicht wenige Journalisten sehen in dem Polizeibericht vielmehr den Versuch, das Bild einer Überwachungs- gesellschaft auszubauen.
In Schweden ist die Diskussion um das Thema im vollen Gange - der Trend bewegt sich aber zugunsten des verurteilen Manga-Experten.